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Schulen setzen sich für Vielfalt und friedliches Miteinander ein – Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus“

Schulen setzen sich für Vielfalt und friedliches Miteinander ein – Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus“
Rassismus hat an der Gesamtschule Kürten keinen Platz: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung beziehen klar Stellung – nicht nur während der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Im Rheinischen-Bergischen Kreis hat sich ein breites Netzwerk von mittlerweile 19 Schulen entwickelt, die sich als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aktiv gegen Diskriminierung und für Vielfalt in ihrer Schulgemeinschaft einsetzen. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus initiierten einige dieser Schulen nun besondere Aktionen, um für ein friedliches und offenes Miteinander zu werben. Koordiniert wird das Netzwerk vom Kommunalen Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises, das die Schulen auf ihrem Weg unterstützt.

Gesamtschule Kürten: Menschenrechte und Menschenwürde im Mittelpunkt
An der Gesamtschule Kürten beschäftigten sich beispielsweise die Jugendlichen von der 5. Klasse bis zur Oberstufe mit dem Thema Menschenrechte und Menschenwürde. „Unsere Schule ist ein sehr heterogener und bunter Ort, was gut ist“, sagt Schulleiter Markus Hintze-Neumann, „und daher wollen wir gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt setzen.“ Dafür beschrifteten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Puzzleteile mit den Menschrechten und deren Bedeutung. Diese wurden dann zu Figuren zusammengefügt, die nun im Foyer ausgestellt sind, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Geschichte der Menschrechte griff zudem ein großes Wimmelbild auf und lud zur Diskussion ein, unterstützt durch ein digitales Quiz von Amnesty International. Für Lehrerin Astrid Wallenfang ist es „als Teil des Netzwerks eine Herzensangelegenheit, solche Aktionen durchzuführen und dafür zu sensibilisieren, dass nicht alle Menschen, die gleiche Ausgangssituation haben, um ihr Leben zu gestalten.“ Daher wurde an der Kürtener Schule gleichzeitig der Welt-Down-Syndrom-Tag thematisiert, um Aufmerksamkeit für Menschen mit dieser Einschränkung zu schaffen. „Wir haben viel diskutiert und uns die Themen aus verschiedenen Perspektiven angeschaut, was sehr interessant war“, fasst eine Schülerin ihre Eindrücke zusammen.

Gesamtschule Rösrath: Vielfalt gefördert, Gemeinschaft gestärkt
Zum Fastenbrechen trafen sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte der Gesamtschule Rösrath, die seit 2024 Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist. Ein Mädchen und ein Junge aus der 8. Klasse erläuterten die Bedeutung des Ramadans und wie zusammen mit Familie und Freunden der Abend nach dem Sonnenuntergang begangen wird. Gemeinsam wurde für ein Buffet gesorgt und beim Essen tauschten sich die Teilnehmenden aus verschiedenen Nationen über die vorhandenen unterschiedlichen Kulturen und Religionen aus. Schulleiter Jona Neusel betonte die Bedeutung derartiger Aktivitäten, um die Vielfalt in der Schulgemeinschaft der noch jungen Gesamtschule zu stärken. Auch Bürgermeisterin Bondina Schulze nahm mit Mitarbeitenden der Stadt an dem Fastenbrechen teil und kam mit Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften ins Gespräch.

Gymnasium Odenthal: Schülerinnen und Schüler positionieren sich gemeinsam
Klar bezog auch das Gymnasium Odenthal, das ebenfalls Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, mit allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 11 Stellung. Schulleiter Frank Galilea betonte, wie wichtig es sei, „jeden einzelnen Tag Haltung zu zeigen gegen menschenverachtende Handlungen, Hetze und Hass.“ Eine Schülerin führte den Poetry Slam „Anders“ auf, der deutlich machte, wie Menschen sich fühlen, die als „anders“ wahrgenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler positionierten sich in Filmen, Plakaten, Klavierstücken und Liedern gegen Ausgrenzung. Eindrucksvoll rief ein Schüler, der vor 7 Jahren aus Afghanistan nach Odenthal kam, dazu auf, sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen und für andere einzutreten, die keine Stimme haben. Die Bedeutung dessen zeigte sich ebenfalls anhand der Erfahrung, die ein Junge der Schule im 5. Schuljahr machen musste. Aufgrund seiner Hautfarbe wurde er von anderen Kindern diskriminiert, beleidigt und erniedrigt. Durch das beherzte Einschreiten seiner Freunde und der ganzen Klasse konnte diese Ausgrenzung beendet werden. Patin des Gymnasiums Odenthal für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist Ursula Völkner, deren Großvater im 3. Reich im Konzentrationslager Theresienstadt umgebracht wurde, die nun einen beherzten Appell an alle Anwesenden richtete: „Lasst uns mutig sein und lassen wir es nicht zu, dass Hass und Ausgrenzung in unserem Land und auf der ganzen Welt die Oberhand gewinnen.“ Zum Abschluss bildete die ganze Schulgemeinschaft mit mehr als 800 Menschen eine Kette gegen Rassismus und für Courage.

Berufskolleg Bergisch Gladbach: das Kollegium mitgenommen
Zum Pädagogischen Ganztag lud das Berufskolleg Bergisch Gladbach alle Pädagogischen Mitarbeitenden ein. Unter dem Titel „Schule mit Courage – Haltung zeigen, Wandel gestalten“ fanden acht Workshops für die Lehrkräfte statt. Begonnen wurde mit einem Impulsvortrag von Darío Morazán zum Thema „Rassismus im Schulalltag erkennen“, im Foyer gab ein Markt der Möglichkeiten zudem fachliche Anregungen für die Arbeit im Schulalltag. „Gerade als Mitglied im Netzwerk ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ ist es so wichtig, das komplette Kollegium für dieses Thema zu sensibilisieren und sich gemeinsam auf den Weg zu einer Rassismus kritischen Schule zu machen“, betonte Aline Pater, die die Planung des Pädagogischen Ganztages federführend für das Berufskolleg übernommen hatte.

Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
Dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus– Schule mit Courage“ gehören bundesweit inzwischen 4.600 Schulen mit insgesamt rund 2,5 Millionen Schülern und Schülerinnen an. Die Beteiligten verpflichten sich zum Einsatz für die Menschenwürde und gegen jede Art von Diskriminierung. Schulen, die dem Netzwerk beitreten und die Selbstverpflichtung unterschreiben wollen, müssen alle Schulmitglieder darüber abstimmen lassen. Nur wenn mindestens 70 Prozent das Ziel unterstützen, kann am Ende das schwarz-weiße Schild des Netzwerks am Schulgebäude aufgehängt werden. Im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es inzwischen 19 Schulen, die dem Netzwerk angehört. Das Kommunale Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises hat die Aufgabe der Regionalkoordination und fördert den Austausch und die Vernetzung der Schulen im Kreisgebiet und berät diese auf ihrem Weg zu einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Folgende Schulen sind im Rheinisch-Bergischen Kreis Teil des Netzwerks: Berufskolleg Bergisch Gladbach, Realschule Herkenrath, Nicolaus Cusanus Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium, Nelson-Mandela-Gesamtschule, Gymnasium Herkenrath, Gemeinschaftsgrundschule an der Strunde, Offene Ganztagsgrundschule Gronau, (alle Bergisch Gladbach), Katholische Grundschule St. Michael Wermelskirchen, Katholische Grundschule Leichlingen, Sekundarschule Leichlingen, Paul Klee Gymnasium Overath, Offene Gemeinschaftsgrundschule Sülztal, Offene Gemeinschaftsgrundschule Vilkerath, Johannes Löh Gesamtschule Burscheid , Gesamtschule Kürten, Gymnasium Odenthal, Gesamtschule Rösrath und die Albert-Einstein-Schule Rösrath.
Weitere Informationen zum Netzwerk: schule-ohne-rassismus.org

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von: Bild: Alexander Schiele/Rheinisch-Bergischer Kreis

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