Appell an Waldbesuchende: Rauchen im Wald verboten
Stefan Wende, Manuel Packhäuser, Julian Seeger und Jörn Hevendehl zeigen die erhöhte Brandlast vor der verbrannten Fläche. (Foto: OBK) Aufgrund der aktuellen Wetterlage – bestehend aus langanhaltender Trockenheit und Wind –trafen sich die Kreisbrandmeister Julian Seeger (Oberbergischer Kreis) und Manuel Packhäuser (Rheinisch-Bergischer Kreis), sowie der Leiter des Regionalforstamtes Jörn Hevendehl und Stefan Wende, Feuerwehrfachberater Forst des Regionalforstamtes Bergisches Land, an einer aktuellen Brandfläche Lindlar, um die Bevölkerung vor einer erhöhten Brandgefahr in und rund um die bergischen Wälder zu sensibilisieren.
Ein erhöhter Gefahrenindex ist im Frühjahr nicht ungewöhnlich, wie
die Anzahl der bisherigen Waldbrände in der Region in diesem Jahr bereits widerspiegelt. Dürre, Trockenheit, Winde aus Ost/Südost steigern die Gefahr von Waldbränden auch im Frühjahr. Aktuell steigt die Gefahrenstufe auf 4 und um die Gefahr weiterer Verluste unserer Wälder vorzubeugen ist es wichtig, dass sowohl Feuerwehren, als auch Förster und vor allem Waldbesuchende an einem Strang ziehen.
Gefahrenstufe steigt
Die Hauptursache von Waldbränden sind auf menschliche Einflüsse zurückzuführen. Vor allem das Ignorieren oder die Unkenntnis des Rauchverbotes im Wald spielt die Hauptrolle für das Entstehen von Waldbränden. Dabei zählt nicht nur der Wald an sich, sondern auch die Waldwege zum Wald. „Damit ist auch das Rauchen auf Waldwegen vom 1. März bis 31. Oktober untersagt", so Jörn Hevendehl. Gerade jetzt reicht unbedachtes Rauchen im Wald aus, um einen Flächenbrand auszulösen.
Die Vegetation aus Kräutern und Gräsern ist an den Wegerändern im zeitigen Frühjahr noch nicht ausgebildet. Trockenes Laub und Strauchwerk bilden in Kombination mit böigen Winden ein ideales Gemisch. Glutreste von Zigarettenasche können mehrere Minuten weiterglimmen. Kommt eine Windböe hinzu, zündet es in der Krautschicht durch.
Daher ist es jetzt umso wichtiger denn je, folgende Regeln im und in der Nähe des Waldes zu beachten:
- Vom 1.März bis 31. Oktober gilt ein gesetzliches Rauchverbot auf Waldwegen und in den Waldbeständen.
- Offenes Feuer- sowie das Rauchen im Wald und im Abstand von 100 Metern zum Wald (außer an gekennzeichneten öffentlichen Grillplätzen) sind gesetzlich verboten.
- Ebenso sind die speziellen Regeln für das Anzünden von Feuerwerken in Waldnähe zu beachten.
- Zufahrten zum Wald und Waldwege sind für Rettungskräfte freizuhalten.
- Aber auch von parkenden Autos kann, bei heißem Auspuff eine erhöhte Brandgefahr ausgehen, wenn vertrocknetes Material in der Nähe ist. Dies gilt auch an Ackerrandstreifen. Parken Sie nur auf befestigten und ausgewiesenen Flächen um diese Gefahr zu umgehen.
Wir bitten um aktive Mithilfe
Zum Schutz unserer Wälder bitten wir die Mitbürger um aktive Mithilfe. Wer grobes Fehlverhalten im Wald wahrnimmt wird darum gebeten dies umgehend den zuständigen Behörden zu melden. Wer bei seinem Sparziergang oder Blick in den Wald Rauch oder sogar Flammen wahrnimmt, sollte in keinem Fall zögern sich umgehend an die Feuerwehr unter der 112 zu melden.
Der Leiter des Regionalforstamtes weist darauf hin, dass die Försterinnen und Förster gerade in Phasen erhöhter Waldbrandgefahr zum Schutz der Wälder entsprechende Kontrollgänge durchführen und im Fall der Fälle entsprechende Bußgelder veranlassen werden.
Im Grunde ist es jedoch die Botschaft ganz einfach - wie bereits Nina Lizell in ihrem Lied „Rauchen im Wald“ von 1969 besang – „Rauchen ist verboten, doch küssen ist erlaubt“, so Stefan Wende. Er ist Feuerwehrfachberater Forst und arbeitet eng mit den Kreisbrandmeistern Julian Seeger (Oberbergischer Kreis) und Manuel Packhäuser (Rheinisch-Bergischer Kreis) zusammen.
Ziel ist in dieser Zusammenarbeit die jeweiligen Fachexpertisen durch spezielle Waldbrandübungen zusammenzubringen oder wie bereits in Lindlar geschehen, die Einsätze nachzubereiten. An sich, so die beiden Kreisbrandmeister, sollte es bei richtigem Verhalten jedoch gar nicht erst zum Brand kommen, daher ist Sensibilisierung und damit das Vermeiden von Feuerquellen im Wald, der wirksamste Schutz unserer wertvollen Wälder.
„Es zeigt sich leider immer wieder, dass die Bürgerinnen und Bürger beim Besuch der Wälder die Zuwegungen mit ihren parkenden Autos zuparken. Mit den großen Einsatzfahrzeugen brauchen wir viel Platz und nutzen auch im Einsatz Wege, die eventuell verwaist scheinen“, so Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis.
„Auch mit Blick auf die bevorstehenden Brauchtumsfeuer kann ich nur jedem nahelegen, das kritisch zu überdenken und entsprechende Vorkehrungen zu treffen“, mahnt Kreisbrandmeister Julian Seeger aus dem Oberbergischen Kreis.
von: Oberbergischer Kreis (OBK)
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